CORPO D ANIMA

CORPO D ANIMA

Uraufführung von Mauro de Candia

In allen Religionen gehören Rituale und Gesten zum festen Bestandteil der Religionspraxis. Mit ihnen findet die innere Haltung gegenüber einer höheren Macht einen äußerlichen Ausdruck, sie vergegenwärtigen die seelische Suche nach Gott oder einem anderen transzendenten Bezug. Der Körper wird dabei zum Repräsentanten der Seele und der körperliche Ausdruck zu ihrem Sinn- und Spiegelbild: Corpo d’ Anima. In seinem zweiten Tanzabend geht Mauro de Candia der Frage nach Bedeutung und Aussage von Gesten und Ritualen in verschiedenen Religionen und ihren Kulturen nach. Wo liegen die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede? Wo gibt es Anknüpfungspunkte und Verbindungen untereinander und zueinander? Lässt sich anhand religiöser Gesten Verbindendes finden oder durch körperlichen Nachvollzug ein tieferes Verständnis für das Andere entdecken? Was haben zum Beispiel die Gebetshaltungen und -abfolgen in der Kirche des Christentums mit denen in der Moschee des Islams gemein? Oder welche Dimension eröffnet sich im Tanz der Derwische, wenn sie, um ihre eigene Achse drehend, die Nähe Allahs zu erfahren suchen? Corpo d’ Anima begibt sich in den Kosmos religiöser Gestik und überführt die Vielfalt ihrer Bewegungsformen und verschiedenen Bedeutungsebenen in einen Tanzabend.

Fotos: Jörg Landsberg

Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde 10 Minuten, ohne Pause


Medien

Besetzung

Konzept und Choreografie Mauro de Candia
Choreografische Assistenz/Trainingsleitung Miroslaw Zydowicz
Komposition Martin Räpple
Musik von H. I. F. Biber, A. Pärt, J. S. Bach, K. F. Abel u.a.
Bühne/Licht/Kostüme Mauro de Candia
Dramaturgie Patricia Stöckemann

Mit Vasna Aguilar, Saori Ando, Chris Bauer, Liat Gabay, Noemi Emanuela Martone, Etienne Aweh, Valentin Braun, Gustavo Gomes, Christopher Havner, Amadeus Marek Pawlica

Pressestimmen

„[…] Tanzchef Mauro de Candia brachte im Theater am Domhof mit dem Stück Corpo d`Anima seine erste Osnabrücker Uraufführung auf die Bühne. En Geschenk? Ganz sicher. Tanztheater pur – hier wurde mutig auf Showeffekt, Glamour und Glitzer verzichtet. Die zehn Tänzer als Individuen und Gruppe blühten auf und füllten beseelt den Spieltraum. Corpo d`Anima begibt sich in den Kosmos religiöser Gestik und überführt die Vielfalt ihrer Bewegungsformen und Bedeutungsebenen in einen Tanzabend. Das kundige Publikum zollte dem Geschehnen allerhöchsten Respekt. Kräftiger, andauernder Applaus nach 65 intensiven Spielminuten am Stück! Corpo d`Anima ist auch handwerklich clever gebaut, da ist de Candia ein kluger Architekt. […] Die Idee ist grandios, geradezu eine Forschungsarbeit, das vorläufige Fazit wird als Power-Präsentation getanzt. […] Die Company ist tänzerisch ungeheuer präsent, strahlt als Gruppe in jeder Sequenz spürbaren Zusammenhalt aus. […] Mauro de Candia und seine Company sind in Osnabrück abgekommen. Auch die Show, das große Gefühlskino ist ihnen gewiss nicht fremd. Wir dürfen uns über diesen und auf weitere spannende Tanzabend freuen.“
Osnabrücker Nachrichten, 20.2.13

„Ein großes Thema hat sich Osnabrücks Tanzchef Mauro de Candia für seine erste Uraufführung im Theater am Domhof vorgenommen: In Corpo d’Anima vermischt er Gesten und Rituale aus verschiedenen Religionen und ihren Kulturen, um einer gemeinsamen Bedeutung nachzuspüren. Das Publikum feierte ihn und seine zehnköpfige Dance Company bei der Premiere am Samstag mit minutenlangem Applaus. […] Nicht nur Religionen pflegen Rituale, auch der zeitgenössische Tanz: So wie in der Eingangsszene aus Corpo d’Anima (deutsch: Körper der Seele) zitiert Mauro de Candia viele gängige Bild- und Bewegungsmuster des modernen Bühnentanzes, variiert sie mal mehr, mal weniger stark. Letzteres gelingt ihm vor allem in den Drehungen in einer geradezu magischen „Derwisch“-Tanzvariation von Männern und Frauen, Solo oder im Duett. Da wird spürbar, wie der Körper einen Zustand erreicht, in dem er die Seele fliegen lassen kann. Diese Energie, die zur inneren Harmonie führt, arbeitet der gebürtige Italiener hier am deutlichsten heraus. […] De Candias fließender Stil zelebriert Harmonie zwischen den Religionen – weil der Glaube eine private Angelegenheit ist oder weil tolerant nebeneinander hergelebt wird? Denn ganz gleich, ob die Ruhe-, Sinn- und Haltsuche im Ensemble, Duett oder Solo vollzogen wird: Die Tänzerinnen und Tänzer schauen sich selten direkt in die Augen. Bewegungsabläufe in den Duetten scheinen mit einer inneren Zwangsläufigkeit abzulaufen, wie im Vertrauen auf eine schützende höhere Macht. […]“
Neue Osnabrücker Zeitung, 18.2.13

„Es ist ein rundum gelungener Einstand für Mauro de Candia und seine neu formierte Dance Company im Theater am Domhof. Sein Tanzabend Corpo d’Anima, der sich um Religion und Rituale, um Körper und Seele dreht, begeisterte ein anhaltend Beifall spendendes Publikum. Corpo d’Anima ist reiner Tanz. […] Schon jenseits der thematischen Bindung formen die Bewegungen der Körper in Licht und Raum einen ganzen Kosmos. Soli, Paarbildungen, Ensembles, rasende Läufe und stilles Verharren bilden ein fesselnd ästhetisches Abbild elementarer Lebenssituationen. In Zusammenarbeit mit seiner Compagnie hat Mauro de Candia den religiösen Gehalt, die spirituelle Aus- und Überformung dieser Grundkonstellation des Lebens erkundet. Eingebettet in sakrale Musik aus verschiedenen Kulturen und Zeiten gewinnen die Bewegungen rituelle Bedeutung. […] Nie gerät der Tanz in die Nähe der verdoppelnden Bebilderung. Er bewahrt eine Offenheit der Deutung, vor allem auch dort, wo er Gefühle und deren Kernbereich, die Seele betrifft. […] Corpo d’Anima ist eine Stunde und zehn Minuten rundum gelungenen Tanztheaters, das Lust macht auf mehr. […]“
Westfälische Nachrichten, 19.2.13

„Mauro de Candia hat sich für sein abendfüllendes Tanzstück als Choreograf am Osnabrücker Theater ein großes Thema gewählt. Unter dem Titel Corpo d’Anima (Körper der Seele) widmet er sich den Ritualen und der Körperlichkeit der Weltreligionen. […] Immer wieder gelingen de Candia eindrucksvolle Bilder auf seiner Reise durchs Religiöse. Auch dann, wenn er philosophische Theorien berührt. […] Da de Candia auf ein Bühnenbild komplett verzichtet und auch die Kostüme aufs Nötigste reduziert hat, konzentriert sich das Stück ganz auf die Aktion und die durch die Körper transportierten Gefühle. Das sorgt für eine hohe, oft abstrakte Emotionalität. Als de Candias Stärke erweisen sich die Ensembleszenen. Aus einem augenscheinlichen Chaos entsteht wie zufällig eine geometrisch perfekt konstruierte Harmonie, die sich genauso schnell wieder in Unordnung auflöst. Das ist perfekt gestaltet. […]“
Münstersche Zeitung, 1.3.13

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