BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL

BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL

von Thomas Mann

Mit 14 Jahren ist Felix Krull zum ersten Mal im Theater: Das Publikum hängt gebannt an den Lippen des Operettensängers Müller-Rosé und die Mühelosigkeit, mit der sein Spiel die Masse verzaubert, beeindruckt den jungen Felix maßlos. Aber als noch prägender erweist sich das Nachspiel des Abends. Felix sucht den Künstler in der Garderobe auf – und trifft einen schwitzenden, von Eiterpickeln entstellten, vulgären Menschen: „Wann zeigt der Glühwurm sich in seiner wahren Gestalt, – wenn er als poetischer Funke durch die Sommernacht schwebt, oder wenn er als niedriges, unansehliches Lebewesen sich auf unserem Handteller krümmt?“ Der Junge denkt nach. Felix Krull begreift bald den Betrug als völlig legitimes Mittel, sein Streben nach Höherem in Einklang mit der Wirklichkeit zu bringen, die für ihn als Sohn eines gescheiterten Champagnerproduzenten zunächst nicht rosig aussieht. In seinen Bekenntnissen legt Krull ein Leben voll selbstbewusst genutzter Gelegenheiten vor, das den jungen Mann schließlich sogar unter adligem Decknamen auf Weltreise führt. Thomas Manns Fragment eines ironischen Bildungsromans, entstanden zwischen 1910 und 1954, fragt bis heute danach, wie ernst wir gesellschaftliche Restriktionen wirklich nehmen wollen: Wer kommt mit welchen Mitteln durch, wer lässt sich erwischen – und wie wunderbar lässt es sich noch im Moment der Enttarnung elegant über tiefergehende Beweggründe Rechenschaft ablegen … Frank Abt inszenierte am Theater Osnabrück 2011/12 bereits Minna von Barnhelm und arbeitete u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Hamburger Thalia Theater und am Münchner Volkstheater.

Fotos: Marek Kruszewski

Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde 40 Minuten, ohne Pause


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