100 Jahr Feier

"Gegen den Alltagsstaub - Theater in Osnabrück" (Theater der Zeit, 2009)

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Theater Osnabrück wurde eine Festschrift von Holger Schultze und Tobias Vogt herausgegeben.
Sie erhalten die Festschrift an der Theaterkasse für 18 Euro. Ab dem 1.11. kostet sie dann 20 Euro.
Für Abonnenten und Mitglieder des Fördervereins OSKAR, des Musik- oder Theatervereins kostet die Festschrift 15 Euro.

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Der neue regionale Sender für Osnabrück os1.tv

100 Jahre Theater Osnabrück - Teil 1

100 Jahre Theater Osnabrück - Teil 2

100 Jahre Theater Osnabrück - Teil 3

100 Jahre Theater Osnabrück - Teil 4

 

Interview mit Holger Schultze zum Thema "100 Jahre Theater Osnabrück" auf Radio Bremen

100 Jahre Theater am Domhof

„In Osnabrück ist das Theater nicht nur eine Sache des Geistes und des Kunstsinns, es ist eine Sache des Herzens."  Karl Kühling

1819 gründeten theaterbegeisterte Bürger in den Räumen des ehemaligen Waisenhofs an der Großen Gildewart, heute Haus der Jugend, ein Saisontheater mit feststehender Spielzeit, das 1831 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Am 15. August 1882 beschloss der Magistrat der Stadt, das „Actien-Theater" als Stadttheater zu übernehmen.

Die räumlichen Bedingungen in diesem Gebäude waren trotz mehrfacher Sanierungen für Zuschauer und Künstler unbefriedigend. Nach jahrelangen Diskussionen überwog gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Meinung, dass eine Lösung des Osnabrücker Theaterproblems nur durch einen Neubau möglich ist.

Am 31.Oktober 1905 beschloss der Magistrat der Stadt einstimmig den Bau eines neuen Stadttheaters. Ein Bürgerkomitee aus Osnabrück und der Region hatte zuvor in einer Spendenaktion 175 000 Mark gesammelt und anschließend gedroht, die gesamte Summe werde zurückgezogen, falls sich die Stadt nicht sofort für den Bau eines neuen Theaters entscheide.

Im März 1906 einigte sich die Stadt auf den Standort des neuen Stadttheaters: die Fläche des ehemaligen Ratsgymnasiums am Domhof.

Mit dem Bau des Theaters beauftragte die Stadt zunächst den renommierten Architekten Martin Dülfer, dessen Entwurf jedoch später aus Kostengründen abgelehnt wurde. Daraufhin überträgt man die Bauleitung dem Osnabrücker Baurat Friedrich Lehmann; ihm und seinem Mitarbeiter Alfred Hartmann wird die Urheberschaft der endgültigen Pläne zugeschrieben, auch wenn sich im Gebäude viele Ideen von Dülfer wieder finden.

Am 29. September 1909 wurde das Theater am Domhof mit der Tragödie JULIUS CÄSAR von William Shakespeare feierlich eröffnet. Der erste Intendant - Carl Ulrichs - leitete das Theater am Domhof 16 Jahre lang.

Am 4. Dezember 1919 gab das neu gegründete Osnabrücker Symphonieorchester (Leitung: Musikdirektor Anton Neumann) sein erstes öffentliches Konzert im Theater am Domhof.

Das 78. Infanterieregiment, das am Ende des 1. Weltkrieges aufgelöst worden war, hatte bis 1918 mit seiner Kapelle die Aufführungen des Musiktheaters begleitet.

Mit Beginn der Spielzeit 1933/34 erhielt das Theater Osnabrück einen neuen Namen: Deutsches Nationaltheater Osnabrück. Bereits im April 1933 war im vorauseilendem Gehorsam der aus einer jüdischen Familie stammende Osnabrücker Intendant Dr. Fritz Berend zunächst von seiner Funktion als 1. Kapellmeister entbunden worden. Wenig später trat er als Intendant zurück. Neuer Theaterleiter wurde der nationalsozialistisch gesinnte Dr. Walter Storz.

Ein Bombenangriff am 25. März 1945 zerstörte das Theater am Domhof bis auf die Grundmauern. Im Theater fanden zu diesem Zeitpunkt nur noch Filmaufführungen statt. Seit dem 1. September 1944 waren auf Erlass des Reichsministers Goebbels alle Theater in Deutschland geschlossen.

DAS APOSTELSPIEL von Max Mell war am 1. Dezember 1945 die erste Premiere des Theaters Osnabrück nach dem 2. Weltkrieg. Gespielt wurde im stehengebliebenen Foyer des Theaters, das man notdürftig als Kleinbühne für 150 Zuschauer eingerichtet hatte. Regie führte Dr. Hanspeter Rieschel, der bis 1948 das Theater leitete.

Am 9. September 1950 begann der Spielbetrieb im wieder aufgebauten Theater am Domhof. Neuer Intendant ist Erich Papst, der bereits von 1929 - 1931 das Theater geleitet hatte.

Ende der sechziger Jahre wurde das Foyer zu klein. Ein Anbau, durch den man heute

das Theater betritt und der wegen seiner Betonausführung gegenwärtig oft kritisch beäugt wird, schmiegt sich seit den siebziger Jahren an die Ostfassade des Jugendstil-Hauptbaukörpers.

Von 1985 bis 1987 und 1995 bis 1997 fanden größere Umbauten und Sanierungsarbeiten im Theater statt. Unter anderem wurden der Zuschauerraum umgestaltet, die Bühnentechnik modernisiert sowie Bühnenmagazin, Verwaltungs- und Probenräume und die Kantine komplett neu gebaut.

September 2009, das Theater am Domhof feiert seinen 100. Geburtstag. Die Jubiläumsspielzeit wird vom 4.-7. September mit dem Theaterfestival SPIETRIEBE eröffnet.

 

nach Carsten Steuwer: „100 Jahre Theater am Domhof" und Dieter Ostendorf: „Die Baugeschichte des Stadttheaters Osnabrück" in
„Gegen den Alltagsstaub. 100 Jahre Theater am Domhof".