Unmittelbar nach der Premiere ist das Tanzstück BACON von Nanine Linning in Hannover beim 8. Norddeutschen Tanztreffen zu erleben.
Für ihre in den Niederlanden entwickelte Choreografie BACON wurde die derzeitige Leiterin der DANCE COMPANY und Chefchoreografin am Theater Osnabrück mit dem begehrten „Swan" für die beste niederländische Tanzproduktion 2004/05 ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem Osnabrücker Tanzensemble studiert sie das Stück derzeit neu ein. Unmittelbar nach der Premiere (13.06.10, emma-theater) ist bereits am nächsten Tag die Company damit zum ersten Auswärtsauftritt nach Hannover eingeladen. Im Rahmen des 8. Norddeutschen Tanztreffens wird BACON am 14.06.2010 dort im Ballhof Eins gezeigt.
Bereits im Jahr 2007 war das Theater Osnabrück Gastgeber für das 3. Norddeutsche Tanztreffen, was sich sowohl durch eine überdurchschnittliche Zuschauer- als auch Medienresonanz auszeichnete.

Finnisches Theater erobert im Frühsommer Deutschlands Bühnen
Das finnische Theater ist im Mai und Juni auf den deutschen Bühnen außergewöhnlich präsent. Finnland ist Gastland beim Kölner Theaterfestival theaterszene europa 2010.
Das Theater Osnabrück wird am 29. Mai 2010 um 20 Uhr das Stück GOTT IST SCHÖNHEIT von Kristian Smeds auf dem Kölner Festival zeigen.

Am 24. Mai 2010 ist die bulgarische Inszenierung des Dramatheaters Russe EINE HEIKLE SACHE DIE SEELE unter Mitwirkung des Osnabrücker Schauspielers Laurenz Leky als Gastspiel am Bukarester Nottara Theater zu sehen. Die Inszenierung entstand im Rahmen der von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Kooperation zwischen dem Theater Osnabrück und dem Theater Russe und feierte in Russe bereits eine sehr erfolgreiche Premiere. Am 24.5. wird traditionell der Tag der bulgarischen Aufklärung und Kultur und der slawischen Literatur gefeiert. Der Feiertag ist eng verknüpft mit der Kreation des kyrillischen Alphabets.
Die Vorstellung findet auf bulgarischer Sprache statt und wird für die bulgarische Minorität in Bukarest, Rumänien veranstaltet.
Das Stück ist auch am 25. und 26. September 2010 in Osnabrück als Gastspiel zu erleben.

Osnabrücker Dance Company unter der Leitung von Nanine Linning gastiert am 5. Mai 2010 in der Hauptstadt des Königreichs Jordanien Amman
Die Osnabrücker Dance Company feiert seit ihrer Neugründung unter der Leitung der renommierten Choreografin Nanine Linning wahre Erfolge.
Neben den offiziell geplanten Tanzabenden am Osnabrücker Theater am Domhof gab es bisher vier zusätzlich eingeschobene Zusatzaufführungen, die unmittelbar nach der Terminbekanntgabe wieder restlos ausverkauft waren.
Nun folgt die DANCE COMPANY THEATER OSNABRÜCK NANINE LINNING einer Einladung zum bedeutendsten Tanzfestival Jordaniens.
Am 5. Mai ist die Company von Nanine Linning auf dem Amman International Dance Festival ZAKHAREF mit SYNTHETIC TWIN zu erleben...
Zum dritten Mal findet das renommierte SPIELTRIEBE-Festival für zeitgenössisches Theater in Osnabrück statt, und das heißt bereits zum dritten Mal: viel Theater auf abenteuerlichen Routen quer durch die Stadt, inszeniert von jungen RegisseurInnen und ausgestattet von StudentInnen der Akademie Maastricht (Niederlande). Diesmal dreht sich alles um deutschsprachige Erstaufführungen, also um aktuelle ausländische Theaterstücke, die zum ersten Mal auf Deutsch gespielt werden - und zwar aus zehn ausgewählten Ländern, von Spanien bis Moldawien, von Finnland bis Kroatien. Komplettiert wird das Programm durch europäische Beiträge des Musik- und Tanztheaters. Zentrales Ereignis ist die multikulturelle Komödie MISSION: LONDON von Alek Popov. Als Zugabe gibt es Gastspiele aus Bulgarien und aus den Niederlanden. Wer alles sehen will, braucht die 3-Tages-Karte. Willkommen in Europa!
Erstmals kooperiert das Theater Osnabrück mit dem viel beachteten Internettheaterportal „nachtkritik.de". Bereits ab Ende Mai kann man sich unter www.nachtkritik-spieltriebe3.de einen umfassenden Überblick über die Festivalvorbereitungen, Autoren, Stücke, Theaterstrukturen in anderen Ländern, und vieles mehr verschaffen.
Spieltriebe 3 – Festival für Zeitgenössisches Theater.
Osnabrück, Ortstermin in der Winkelhausen-Kaserne. Die Organisatorinnen Nina Gühlstorff und Doro Schroeder suchen auf dem Gelände nach geeigneten Spielräumen.
Nach dem „Spieltriebe"-Festival 2005 und 2007 wartet die Osnabrücker Bühnen erneut mit einem schlüssigen Konzept, überwiegend packenden Inszenierungen und engagierten Darstellern auf. Die dritte Auflage gewährt darüber hinaus Einblicke in das Theaterleben europäischer Länder. dpa
Ein Besuch beim Festival „Spieltriebe 3" ist inspirierend. Hier werden Texte und Kompositionen in rauen Mengen ausprobiert ... Die „Spieltriebe" sind noch mehr als frühere Ausgaben ein Entdeckerfestival. Intendant Holger Schultze und sein Team zeigen ausschließlich Erstaufführungen europäischer Dramatiker... ein Großteil der Stücke beschäftigt sich mit politischen Themen ... Nanine Linning, Leiterin des Osnabrücker Tanztheaters, zeigt mit zwei atmosphärisch stimmigen, kraftvollen Choreographien, dass von ihr einiges zu erwarten ist ... 10.09.09, Frankfurter Rundschau
Was wissen wir über das Theaterleben Moldawiens, Serbiens und Finnlands? Über die zeitgenössische Literatur in unseren Nachbarländern Polen und Belgien? Holger Schultze, umtriebiger Intendant des Osnabrücker Theaters, und sein Leitender Dramaturg Jürgen Popig wollen sich mit den Wissenslücken nicht abfinden... Die Spielstätten sind über die gesamte Stadt verteilt ... So unbekannt die Autoren sind, so vertraut werden den Zuschauern viele Personen und Probleme vorkommen ... 3.09.09, Rheinischer Merkur
Neue Spielstätten und neue Erlebnisräume erschloss das dritte Theaterfestival „Spieltriebe" vom 4.-6. September in Osnabrück. Die erstaufgeführten Stücke kamen glänzend beim Publikum an. Diese Geste der „Spieltriebe" besaß große Symbolkraft im Sinne eines geeinten Europa ... Die allermeisten der deutschsprachigen Erstaufführungen glänzten durch umwerfend gute Schauspieler, die wenn man Glück hatte, auf der gleichen Route völlig andere Rollen und Erzählstile wieder umwerfend gut ausfüllten ... Erfrischend war es, Texte zu erleben, die einmal nicht mit modischem Schreibstil der großen deutschen Jungdramatiker-Schmieden unterworfen waren ... Was wird bleiben von dieser Edition Europa"? Vermutlich Neugier von Theatermachern, Übersetzern und Kritikern, welches Stück die Festival-Autoren als nächstes schreiben werden - und ob man es zu sehen bekommt. Neugier sprengt eben Grenzen. 7.09.09, NOZ
Die Mühe hat sich gelohnt. Dieses Event hat Europa fernab von den üblichen Klischees präsentiert. Und bewiesen: Die Stücke der Nachbarländer passen auch auf unsere Bühnen und machen dort eine sehr gute Figur. 9.9.09, Ruhr Nachrichten
GOTT IST SCHÖNHEIT
von Kristian Smeds
(...) Regisseur Jan-Christoph Gockel macht das ehemalige Kino der Von-Stein-Kaserne zum perfekten Inszenierungsort für das Stück des Finnen Kristian Smeds ... Laurenz Leky und Alexander Jaschik, die beide Vilho Lampi darstellen und ihn einen Dialog mit sich selbst führen lassen, spielen sich im gesamten Raum aus und fallen von einem Extrem ins nächste. Ihr energievolles Zusammenspiel und die intelligente Inszenierung machen das erste Stück der Route zu ihrem Höhepunkt. (...) 5.9.09, NOZ
(...) Daraus ergeben sich Dialoge, die die sich widersprechenden kunsttheoretischen Positionen für die Zuschauer unterhaltsam nachvollziehbar macht, ohne dass die Intimität des Selbstgesprächs verloren ginge. Immer wieder lockert Gockel seine Inszenierung mit glänzend-ironischen Einfällen auf. (Wenn Jaschik mit Fingerfarbe ein Lampi-Gemälde nachmalt, kommentiert er das im sanften Ton des amerikanischen Stimmungsmalers Bob Ross, der mit seiner 80er-Jahre-Fernsehshow "The Joy of Painting" auch Laien einreden wollte, künstlerisch begabt zu sein.) Auch dank der beiden großartig agierenden Akteure funktioniert diese Collage aus Stück, Regie und Klamauk. Schallendes Lachen, Betroffenheit und Nachdenklichkeit wechseln sich sekündlich ab. (...) nachtkritik
(...) Den Monolog des Stückes verteilt der Regisseur auf zwei Schauspieler. Alexander Jaschik mimt zunächst den rationalen Teil Lampis, während Laurenz Leky tobend, schnaufend und schreiend diese akademische Herangehensweise an seine eigene Kunst ablehnt. Daraus ergeben sich intime Dialoge, wie sie nur im Selbstgespräch möglich sind, und in dieser Inszenierung für die Zuschauer unterhaltsam nachvollziehbar werden. (...) 9.9.09, Ruhr Nachrichten
TABLEAUX VIVANTS
von Nanine Linning
(...) Schönheit ist aber auch im Keller der Kaserne zu finden. Jedenfalls wenn Nanine Linning dort wirkt ... Jede Choreografie für sich ist hier ein kleines Kunstwerk. (...) 5.9.09, NOZ
(...) die neu gewonnene Zuschauerfreiheit macht Mut, die einzelnen Stücke alleine zu erkunden. (...) nachtkritik
Die neue niederländische Choreografin des Theater Osnabrück, Nanine Linning, gibt bei diesem Festival ihren Einstand. In acht kleinen Räumen mit beängstigend niedriger Deckenhöhe hat sie ihre Tänzer unter dem Titel "Tableaux Vivants" in kleinen Szenen und Installationen platziert. Das hat etwas Museales, da die Zuschauer hin und her wandern können, ohne von einer Regie geleitet zu werden. Aber die neu gewonnene Zuschauerfreiheit macht Mut, die einzelnen Stücke alleine zu erkunden ... Die roboterhaften Bewegungen einer Tänzerin im Raum daneben, der von Puppengliedmaßen beherrscht wird, sind dagegen schnell abgehakt. Richtig surreal wird es erst später, als ein Tänzer mit Hilfe von Spiegeln immer nur im Aufflackern des Lichts erscheint. Oder wenn ein Trio die auf die Wand projizierten, verworrenen Menschenkörper nachstellt ... Nun zeigt Linning, dass sie als Choreografin auch die große Fläche im Griff hat. Als spiele sie mit Bauklötzen, zieht sie das Ensemble auseinander, lässt kleinere Gruppen entstehen, fügt alles ganz anders wieder zusammen und beginnt wieder von vorne - und das alles mit der Lebendigkeit und Leichtigkeit eines Kindes. Dabei scheut sie selbst scheinbares Chaos nicht, durch das immer noch das Geplante, die Absicht der Bewegungen erkennbar bleibt und stellt die Frage nach der Bedeutung des Menschen in der Gruppe. Die Kontrolle, das Gelenktsein gewinnt schließlich in diesen Ensembleszenen und gönnt dem Publikum einen kurzen Moment der tänzerischen Ekstase. nachtkritik
A(II)Rh+
von Nicoleta Esinencu
(...) Ein hasserfülltes Aufbegehren, das in dem ethnisch bunt durchgemischten Land in die Isolation führt - wie die Spaltung der Person sowie die Inszenierung auf zwei Raumebenen zeigten. (...) 5.9.09, NOZ
(...) Beide (+Meine Seele anderswo) greifen in ihren in Osnabrück gezeigten Stücken deutlich über ihre Generation hinaus und zielen auf archetypische Figuren, deren Kraft und deren Schrecken ihren jeweils archaischen und nicht zuletzt patriarchalisch geprägten Gesellschaften entspringen - Blut und Boden sind hier keine Fremdworte... Esinencus farcenhafter Monolog mit seiner repetitiven Struktur ist dabei von einer hohen rhythmischen Qualität, die in der Umsetzung quasi musikalische Entscheidungen fordert: Der Regisseur Markus Bauer hat dem Naheliegenden widerstanden und sich gegen eine druckvolle, gegen eine "rockige" Variante entschieden und stattdessen einen leisen, einen gleichsam kammermusikalischen Zugang gewählt (...) nachtkritik
MEINE SEELE ANDERSWO
von José Manuel Mora
(...) In erbarmungslosem Ernst führt Thorleifur Anarsson exzellente Darsteller durch ein Schauerspiel der Verstrickung - bis zum grandiosen Schlussmonolog, in dem Klaus Fischer als Hundeschlachter die Schönheit der Welt beschwört. Bis ins Bühnenbild ist alles gelungen! (...) 5.9.09, NOZ
(...) Und das ist ein seltsam schlagendes Bild, das unvermittelt in die geheimnisvoll archaische Welt des Spaniers José Manuel Mora hineinführt: Schlafzimmer und Scholle. Der (1978 geborene!) isländische Regisseur Thorleifur Arnarsson macht nun genau das Richtige: Er versucht den Stoff nicht als Bizarrerie vorzuführen oder gar zu pädagogisieren, sondern lässt ihn in aller Unaufgeregtheit sein verstörendes Potential entfalten. Es ist nachgerade erstaunlich, wie präzise der Isländer an der Sprache gearbeitet hat - jeder Satz, ja, jedes Wort erhält den ihm zustehenden Raum zum Atmen, ohne dass das Ganze in tröpfelnder Langsamkeit erstarrte... Am tollsten aber ist Katrin Stephan, die zuerst die Frau des Alten spielt, um dann in die Rolle der Enkelin zu schlüpfen. Wie sie, ohne zu chargieren, den naiven Tonfall des Kindes trifft, und wie sie dann jäh im Kind die Greisin durchschimmern lässt - das hat fast etwas Gespenstisches; dann fallen magisch die Generationen ineinander (...) nachtkritik
THE GAME IS OVER
DARK CROSSING
von Marc-Anthony Turnage
(...) Die gewaltige Emotionalität, die Hermann Bäumer der Komposition sowie dem Stück „Dark Crossing" abgewinnt, begleitet das Publikum durch den ganzen Abend. (...) 5.9.09, NOZ
FRAGILE
von Tena Stivicic
(...) In einer Maschinenhalle der Winkelhausenkaserne mit dem Charme des Verfalls balancieren sieben Schauspieler in Tobias Flemmings Bühnenlandschaft schräger Flächen und Laufstege umher, als sei nichts selbstverständlicher. Absolut virtuos haben sie sich „Fragile", das Erzählstück der Kroatin Tena Stivicic zu eigen gemacht... Mit brennender Intensität sprechen Blicke und Körperhaltungen Bände (...) 5.9.09, NOZ
(...) Abgezirkelte Dialoge platziert sie an verschiedenen Enden einer an sich reizvollen Bühne. Wie Eisschollen hat Bühnenbildner Tobias Flemming Laufstege ineinander gekeilt - der Catwalk als Abrutschrampe. (...) nachtkritik
(...) Regisseurin Corinna Sommerhäuser hat in der Maschinenhalle einer ehemaligen Kaserne das Stück auf vielen schräg stehenden Bühnenelementen inszeniert, die die aus dem Gleichgewicht geratene Welt der Protagonisten symbolisieren. Die hervorragenden Darsteller winden sich in dieser Umgebung zwischen Vorurteilen des Gastlandes und der Hoffnung auf eine neue Heimat. (...) 09.09.09, Ruhr Nachrichten
PART ONE OF TWO, PART TWO OF ONE
von Nanine Linning
(...) Bewegung kommt aber auch ins Spiel mit dem furiosen tanzstück „Part one of two, part two of one" von nanine Linning. Ein menschliches Tier trabt elastisch über den Boden der Turnhalle 2 ... Tierisch geht es weiter, wenn alle Tänzer mit der blitzartig gebündelten Energie von flüchtigem Wild lospreschen über alle Achsen ihrer Körper, um sofort wieder zu verharren (...) 5.9.09, NOZ
(...) Osnabrücks neue Tanzchefin Nanine Linning und Ensemble stellen in einer ausgemusterten Turnhalle der Kaserne vor. „Part One of Two, Part Two of One"heißt die Choreographie. Überraschend ihre Idee, einen Menschen Robotergleich über den Boden kriechen zu lassen, auf dem Rücken zwei Tragebügel gegurtet, so dass andere Tänzer ihn jederzeit bei Seite stellen können, wenn er zu nah auf Wand oder Publikum zuläuft. (...) 9.9.09, Kreiszeitung Syker Zeitung
(...) Nun zeigt Linning, dass sie als Choreografin auch die große Fläche im Griff hat. Als spiele sie mit Bauklötzen, zieht sie das Ensemble auseinander, lässt kleinere Gruppen entstehen, fügt alles ganz anders wieder zusammen und beginnt wieder von vorne - und das alles mit der Lebendigkeit und Leichtigkeit eines Kindes. Dabei scheut sie selbst scheinbares Chaos nicht, durch das immer noch das Geplante, die Absicht der Bewegungen erkennbar bleibt und stellt die Frage nach der Bedeutung des Menschen in der Gruppe. Die Kontrolle, das Gelenktsein gewinnt schließlich in diesen Ensembleszenen und gönnt dem Publikum einen kurzen Moment der tänzerischen Ekstase... Das ist eine wunderbare unvermutete Reprise auf die vorherigen Balkanepisoden: Man gibt sich Halt und tut sich Gewalt an, man drangsaliert und stabilisiert sich. Das ist das Leben mit Widerständen. (...) nachtkritik
FAHRRADFAHREN FÜR MALAWI
von Nathan Vecht
(...) Julia Köhn verkörpert umwerfend spitzzüngig und hochnäsig die Schöner- leben, -esse- und helfen- Mentalität des Westerns auf Tobias Flemmings genialem Dachterrassen-Podest mit gegenüberliegender Zuschauertribüne. (...) 5.9.09, NOZ
(...) wir sind bereit für die Entdeckung der Schwerelosigkeit - auf einem Hochpodest (wiederum glänzend ersonnen von Tobias Flemming), das gegenüber der erhöhten Zuschauertribüne inmitten eines Weinglasmeeres ebenfalls in einer alten Armee-Turnhalle aufgebaut ist. Ein potentieller Boulevard-Kracher, "Fahrradfahren für Malawi" aus den Niederlanden, steht zu entdecken: Die neuen Leiden der alten Wohlstandsbürger. Passgenaue, teilweise blitzgescheite Dialoge pfeffern sich Julia Köhn (nunmehr völlig befreit aufspielend) als Trude und Jan Schreiber als Hannes um die Ohren, angetrieben von der molligen, psychotischen Nebenmieterin Olga (Katharina Quast). Alles ist angeschrägt, dick aufgetragen, von Obertönen durchwirkt - und doch wird es nicht zu ranschmeißerisch... Regisseurin Julia Heinrichs inszeniert elegant und spielerisch ein Stück für jedes Sommerprogramm (...) nachtkritik
DIE REISE INS INNERE DES ZIMMERS
von Michal Walczak
(...) Regisseurin Marie Bues ist eine Inszenierung gelungen, in der das Ensemble die romantischen Absurditäten mit viel Spielfreude durchexerziert. Oliver Meskendahl, Friedrich Witte und die neu engagierte Saskia Boden begeistern nicht nur in dem polnischen Stück (...) 5.9.09, NOZ
(...) Diese Reise ist beileibe kein Spaziergang, sondern ein schmerzlicher Trip in die Abgründe einer psychotischen, vereinsamten Seele. Haut, den Dominik Lindhorst mit wachsender Kraft entwickelt, krümmt sich dann, rafft sich wieder auf und gibt im nächsten Moment einen irren Nero, ein Kaiserkind mit störrischem Antlitz und angezogenen Knien. (...) nachtkritik
SHAKESPEARE IS DEAD
von Paul Pourveur
(...) in der sich immer wieder in Raserei hinein steigernden Inszenierung von Nina Mattenklotz heulen, schreien, flüstern und wüten die Schauspieler wie wahnsinnig über die Bühne. (...) 5.9.09, NOZ
(...) entwickelt Pourveur dann seine Liebesgeschichte mit der traurigen Melancholie eines Milan Kundera, voller Zeitsprünge, Wiederholungen, subtiler Sinnverschiebungen und viel Humor... Lange hat man jenseits von René Pollesch keinen so starken Widerstand gegen die vermeintliche Überzeitlichkeit von Shakespeares Werk und Person vernommen. Lange wurde die Moderne nicht derart als ein diskontinuierlicher, vom historischen Erbe unbeschreibbarer Prozess angesprochen. Pourveurs Stück birgt sicherlich genügend Risiken für eine Inszenierung, einerseits in braves Aufsagetheater abzustürzen, andererseits in emotionale Wogen hochzutreiben. Regisseurin Nina Mattenklotz (die 2008 den Hamburger Nachwuchs-Regie-Preis gewann) und das fabelhaft aufgelegte Osnabrücker Ensemble (Saskia Boden, Andrea Casabianchi, Britta Firmer, Oliver Meskendahl, Friedrich Witte) aber umschiffen Scylla und Charybdis. Mal locker wie auf einer Durchsprechprobe, dann wieder voller Biss und Physis erschaffen sie das postmoderne Partnerschaftsmosaik. Aufwändiger illustriert oder gespielt wird nur selten... Das ist so cool wie intensiv wie klug gedacht. Mattenklotz versprüht sich nicht in ihren Mitteln, aber sie sucht den populären Kommentar, wo er erhellend wirkt. Und wem es gelingt, Chris de Burghs "Lady in Red" in einer Panflötenversion (!) würdevoll dem Bühnengeschehen unterzumischen, dem dürfte künftig einiges offenstehen. (...) nachtkritik
ORANGENHAUT
von Maja Pelevic
(...) Träume, zersprungen wie Fensterscheiben im Ringlokschuppen, davon erzählt das Stück...So wird der Spielort Teil der Inszenierung ... Hier spielen drei Frauen (Nicole Averkamp, Britta Firmer und Sophie Lutz) das Spiel um Schönheit und unkomplizierten Sex, landen im ruhigen Fahrwasser familiären Glücks, das aber nur kurz währt ... Pelevic hat das in eine schnelle Sprache gegossen, deren Tempo Mirja Biels Inszenierung aufgreift (...) 5.9.09, NOZ
(...) Mit "Orangenhaut" hat Maja Pelevic eine so rasante wie ätzend komische, dabei formal völlig offene Szenenfolge geschrieben, in der eine junge Frau mit allen Mitteln versucht, vorgegebenen Bildern von Weiblichkeit zu entsprechen ... Man darf es so sagen: Mirja Biel hat den Text kongenial umgesetzt (...) nachtkritik
(...) Mit „Orangenhaut" hat die Serbin Maja Pelevic eine rasante und komische Szenenfolge geschrieben, in der eine junge Frau mit allen Mitteln versucht, vorgegebenen Bilden von Weiblichkeit zu entsprechen: Partygirl, Mustergattin, allein erziehende Mutter. (...) 9.9.09, Ruhr Nachrichten
OPHELIAS: DEATH BY WATER SINGING
von Henrik Hellstenius
(...) Die Frauenstimmen verwebt der Komponist mal eng ineinander, mal lässt er sie einsam klagen, und selbst Jedras' Bass führt er oft ins Falsett - wie eine Reminiszenz an die Kastraten der Barockoper. Auch die Regie von Solveig Franke und die Kostüme von Elfi Korkmaz greift eine stilisierte Barockwelt auf, die Till Drömann am Pult des Kammerensembles aus Geige, Bratsche, Kontrabass und Schlagwerk ins Heute übersetzt: Mit schmerzhaften Reibungen, nervösem Puls, Brausen und Toben. Aber auch mit fein gewobener, rührender Schönheit. (...)
5.09.09, NOZ
(...) (Das klingt nicht so wahnsinnig spannend und ist es vielleicht auch nicht:) Und doch wird wohl kaum jemand, der dabei war, die Osnabrücker Aufführung von "Death by water singing" vergessen können. Was zuallererst ein Verdienst des Raumes ist, der einem wahrlich den Atem verschlägt: (im Alten Güterbahnhof sitzen die Zuschauer am Kopfende einer gigantischen, überdachten Gleisanlage (was, um Himmels willen, war das früher? ein Depot?)... Das Unheimliche des Settings findet in der wispernden, grummelnden, flackernden, zum Teil geräuschhaft durchsetzten, zum Teil betörend klangschönen Musik für Kammerensemble von Hellstenius einen spannungsvollen Widerhall (...) nachtkritik
(...) Dieses moderne Musiktheater ist einer der Höhepunkte des am Montag zu Ende gegangen Spieltriebe- Festivals in Osnabrück. (...) 9.9.09, Ruhr Nachrichten